Cybergrooming

Was ist Cybergrooming?

Hierunter wird das gezielte Anbahnen sexueller Kontakte von Erwachsenen zu Minderjährigen
über das Internet verstanden. Zusammengefasst bedeutet es, dass erwachsene Täterinnen und Täter die Kommunikation in sozialen Netzwerken und Online-Games ausnutzen, um mit Kindern und Jugendlichen Kontakt aufzunehmen. Ziel ist es, die bisherige Kommunikation auf ein weiteres Kommunikationsinstrument (am besten in Verbindung mit einer Webcam) auszuweiten. Täter versuchen dabei auch, dem Kind seine Telefonnummer zu entlocken, um es dann beispielsweise über WhatsApp, Skype oder andere Messenger sexuell zu belästigen und es eventuell dazu zu überreden, Nacktaufnahmen/-videos zu verschicken. Dadurch bauen die Täter eine emotionale, leicht manipulierbare Beziehung auf, die in einer (sexuellen) Erpressung, Nötigung oder gar Missbrauch enden kann. 

Gibt es viele Fälle von Cybergrooming?

Cybermobbing ist ein komplexes Thema und oft schwer zu erkennen. Für eine frühzeitige Intervention ist ein stetiger Austausch im Kollegenkreis, aber auch mit der Schülerschaft wichtig.

Weitere Informationen und Tipps zum Thema Cybergrooming  finden Sie hier: Polizei für Dich

Ist Cybergrooming strafbar?

Cybergrooming ist das sexuell motivierte Einwirken auf Kinder über das Internet und wird als Straftat gemäß § 176 Abs. 4 Nr. 3 und 4 StGB gewertet. Seit 2020 ist bereits die Vorbereitung einer sexuellen Kontaktanbahnung zu Minderjährigen strafbar – also schon der Fall, indem ein Täter nur versucht, Kontakt aufzunehmen. Die „Versuchsstrafbarkeit“ kennzeichnet all jene Fälle, in denen Täterinnen und Täter annehmen, (sexuellen)  Kontakt zu einem Kind (Personen nicht älter als 14 Jahre) anzubahnen, tatsächlich aber mit einem Erwachsenen, einem Elternteil oder mit verdeckten Polizeibeamten kommunizieren.

Warum merken Minderjährige nicht, dass sich erwachsene Täter als Gleichaltrige ausgeben?

Menschen, die ein (sexuell motiviertes) Interesse an Kindern oder Jugendlichen haben, können oft besonders gut ein Vertrauensverhältnis zu diesen aufbauen. In der Regel kommunizieren die Täterinnen und Täter zunächst über unverfängliche Themen (Interessen, Hobbys etc.) mit den jungen Opfern. Sie identifizieren leicht die Probleme der Kinder und Jugendlichen und bieten geschickt ihre Hilfe an. Dadurch schaffen sie ein (vermeintliches) Vertrauensverhältnis, in dem auch Fragen über Sexualität keinen Verdacht bei den Betroffenen erwecken.

Mögliche Straftatbestände

(1) Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer ein Kind dazu bestimmt, daß es sexuelle Handlungen an einem Dritten vornimmt oder von einem Dritten an sich vornehmen läßt.
(3) In besonders schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr zu erkennen.
(4) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer
1.
sexuelle Handlungen vor einem Kind vornimmt,
2.
ein Kind dazu bestimmt, dass es sexuelle Handlungen vornimmt, soweit die Tat nicht nach Absatz 1 oder Absatz 2 mit Strafe bedroht ist,
3.
auf ein Kind mittels eines Inhalts (§ 11 Absatz 3) einwirkt, um
a)
das Kind zu sexuellen Handlungen zu bringen, die es an oder vor dem Täter oder einer dritten Person vornehmen oder von dem Täter oder einer dritten Person an sich vornehmen lassen soll, oder
b)
eine Tat nach § 184b Absatz 1 Nummer 3 oder nach § 184b Absatz 3 zu begehen, oder
4.
auf ein Kind mittels eines pornographischen Inhalts (§ 11 Absatz 3) oder durch entsprechende Reden einwirkt.
(5) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer ein Kind für eine Tat nach den Absätzen 1 bis 4 anbietet oder nachzuweisen verspricht oder wer sich mit einem anderen zu einer solchen Tat verabredet.
(6) Der Versuch ist strafbar; dies gilt nicht für Taten nach Absatz 4 Nummer 4 und Absatz 5. Bei Taten nach Absatz 4 Nummer 3 ist der Versuch nur in den Fällen strafbar, in denen eine Vollendung der Tat allein daran scheitert, dass der Täter irrig annimmt, sein Einwirken beziehe sich auf ein Kind.